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FLÜCHTLINGE

Teure Parkplätze wichtiger als Kinderspielplatz?

Bau der Anschussunterkünfte "Am Sandloch "
Stadt ignoriert den Bau kostengünstiger Stellplätze und engt Kinderspielplatz ein.

Am 15. Februar 2017 wurden wir zufällig Zeugen einer Ortsbegehung des Stadtplanungsamtes mit den Architekten, Vertretern des Grünflächenamtes und der Firma, die die Baumfällung bis spätestens Ende Februar 2017 ausführen soll.
Mit großer Verärgerung mussten wir dabei feststellen, dass die Einwände und Alternativvorschläge der Anwohner vom 12.01.2017 gegen das Bauvorhaben der Anschlussunterbringung – BGV 7 16 / 0282 – nicht berücksichtigt werden, obwohl noch keine Baugenehmigung vorliegt und jetzt „Fakten“ vor einer abschließenden Entscheidung geschaffen werden sollen.

Was wurde bisher geplant? Je Wohneinheit ist 1 PKW – Stellplatz auf dem Grundstück nachzuweisen, also insgesamt 10 Stellplätze. Davon sind bis zu 6 Stellplätze quer zur in starkem Gefälle verlaufenden Straße „Am Sandloch“ vorgesehen, 4 weitere an der Ostseite der neuen Gebäude. Diese 6 Stellplätze „Am Sandloch“ müssen wegen des Gefälles der Straße von ca. 2 m treppenartig ausgeführt und mittels Stützmauern gesichert werden, was zu umfangreicher Baumfällung führt und erheblich teurer wird als der von den Anwohnern vorgebrachte Vorschlag, siehe Anlage. Bei der klammen Haushaltslage der Stadt Weinheim sind derartige Kosten, die vermieden werden können, nicht zu akzeptieren: hier wiehert wieder einmal der Amtsschimmel!

Aber nicht nur diese vermeidbaren Kosten ärgern die Anwohner, die Interessengemeinschaft „ IG Am Sandloch“ und den Verein Pro Lü e.V. Es geht weiterhin darum, dass durch diese Stellplätze mehr als 80 qm an Fläche verloren gehen, die für den Kinderspielplatz genutzt werden kann und der in der Baueingabeplanung dargestellte zugesicherte Erhalt der Bäume in Gefahr ist. Haben sich die Planer nicht vorstellen können, dass bei quer zur Straße geplanten Stellplätzen das jetzt noch mögliche Parken längs der Straße entfällt mit der Folge, dass bei 6 neuen Stellplätzen 3 längs vorhandene Stellplätze nicht mehr genutzt werden können, also insgesamt nur 3 zusätzliche Stellplätze gewonnen werden? Schon jetzt ist die Straße „Am Sandloch“ fast völlig zugeparkt.

Überall in der Wintergasse und in vielen anderen Straßen Weinheims sind die Stellplätze vor den jeweiligen Häusern. Warum dies nicht auch beim Neubau der Anschlussunterbringung? Den Nachweis der weitaus preisgünstigeren Anordnung der 6 Stellplätze vor den Häusern in der Wintergasse hatten die Anwohner bereits im Januar 2017 vorgelegt, siehe Anlage. Antwort von Herrn Dr. Fetzner : das sei bei MFH nicht üblich. In der Email vom 16.09.2016 an Herrn Dr. Sindlinger schreibt aber Herr Dr. Fetzner – Zitat: Nicht berücksichtigen können wir jedoch Partikularinteressen einzelner Anwohner, sondern wir müssen als Stadtverwaltung fachlich richtig und wirtschaftlich sinnvoll handeln. Wo die Wirtschaftlichkeit bei der Planung dieser 6 Stellplätze bleibt, fragen sich nicht nur Anwohner, IG Am Sandloch und der Verein Pro Lü e.V.

Gegen das jetzt geplante Fällen von Bäumen u. a. wegen der 6 Stellplätze entlang der Straße „Am Sandloch“ legen wir hiermit energischen Widerspruch ein. Die Bäume müssen wie zugesichert und in der Baueingabeplanung dargestellt erhalten bleiben und sollen dem Kinderspielplatz - Begegnungsstätte und für die Integration der neuen Nachbarn wichtigen Ort - als Schattenspender und Lebensraum für Tiere dienen.

Weinheim, 19.02.2017

für die Anwohner B. und D. Onderka
für IG „Am Sandloch“ Dr. A. Sindlinger
für ProLü e.V. J. Pfliegensdörfer




Kartoffelessen mit den Flüchtlingen und den Mitgliedern von Pro Lü und Landleben am 28.11.2015 auf dem Dorfplatz

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ProLü und der Verein Landerlebnis hatten am ersten Adventssamstag zum Kartoffelessen mit Kräuterquark auf den Dorfplatz an der Winzerhalle in Lützelsachsen geladen. Der Platz in unserer Ortsmitte ist wie geschaffen zum gegenseitigen Kennenlernen. Die Vorsitzende des Vereins ProLü und Landtagskandidatin Andrea Reister begrüßte die Anwesenden, darunter ihre Ortschaftsratskollegin Susanne Tröscher und betonte nochmals, wie wichtig die persönliche Begegnung zwischen den Flüchtlingen in der Halle und Einheimischen sei ist, um zu einem guten Miteinander und nachbarschaftlichen Umgang zu gelangen. Dazu hat dieses Treffen in vorweihnachtlicher Atmosphäre bestens beitragen. Die Übersetzung für die zahlreich erschienenen Flüchtlinge, brachte schon die ersten neuen Erkenntnisse. Kartoffeln heißen im Arabischen Patata und das Wort Verein ließ sich nicht direkt übersetzen. Die neuen Lützelsachsener Mitbewohner kommen überwiegend aus Syrien. Sie wohnten vor Ihrer Flucht unter anderem in den Städten Aleppo, Damaskus und Palmyra. Der Vorsitzende des Vereins Landerlebnis, Arnulf Tröscher, hatte 40kg vom Verein gestiftete Kartoffeln und einen Weihnachtsbaum mitgebracht. Gemeinsam mit den Bewohnern der Winzerhalle wurden Tische und Bänke gestellt, der große Kartoffelkocher befüllt und angefeuert und der Weihnachtsbaum aufgestellt. Die jungen Leute haben mit Freude geholfen, Holz gehackt und Kartoffeln in der Feuerschale gebacken. Mitglieder und Freunde der beiden Vereine, und auch einige der ehrenamtlichen Helfer in der Winzerhalle brachten selbst zubereitete Speisen für das Buffet unter freiem Himmel mit. Das Wetter zeigte sich von seiner freundlichen Seite und schickte rechtzeitig zum Beginn des Essens noch ein paar Sonnenstrahlen auf den Platz. Viele gemeinsame Fotos vor der schönen Kulisse von Dorfkirche, Weinbergen und Odenwald im Abendlicht entstanden, bevor dann endlich die Kartoffeln gar waren. Da waren Kuchen und Gebäck schon lange verzehrt. Bei Pellkartoffeln mit Kräuterquark oder Butter und einer Tasse Glühwein oder Tee wurde die Gelegenheit genutzt, auf Deutsch, Englisch oder pantomimisch weitere Kontakte zu knüpfen und Gespräche zu vertiefen. Dabei bestätigte sich einmal mehr, dass die persönliche Begegnung vieles, was in der öffentlichen Diskussion zum Thema Flüchtlinge im Raum steht, relativiert wird und zur Überprüfung des eigenen Standpunktes zwingt.

Bei Einbruch der Dunkelheit sorgten Kerzen und der Weihnachtsbaum mit Lichtern für eine stimmungsvolle Atmosphäre. Nach der ungemütlich kalten Nacht zuvor in der Halle freuten sich die jungen Männer über das warme Essen an diesem Abend und die gelungene Abwechslung vom Alltag.
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Stellungnahme zur Flüchtlingskrise, November 2015:

Liebe Lützelsachsener,

der Flüchtlingszustrom, den wir jetzt erleben, stellt uns alle vor große Herausforderungen. Deshalb muss Weinheim auf seinem Stadtgebiet sowohl die Unterkünfte für die Erstunterbringung als auch die für Anschlussunterbringung zur Verfügung stellen. Der überwiegende Teil der Menschen, der nun untergebracht werden muss, kommt, um Verfolgung oder Tod zu entgehen. Viele wurden gefoltert und sind traumatisiert.

Die letzte Woche auf Bundesebene mehrheitlich beschlossenen Änderungen zum Asylverfahren vereinfachen die Rückführung von Wirtschaftsflüchtlingen. Damit soll unter anderem die Aufnahme und Versorgung der an Leib und Leben bedrohten Flüchtlinge gesichert werden.

Fakt ist: Die Landesregierung Baden-Württemberg, der Landkreis Rhein Neckar und die Stadt Weinheim haben auf Basis der aktuell geltenden Asylgesetze unerwartet viele Flüchtlinge aufzunehmen und zu versorgen. Auch Lützelsachsen steht nun vor dieser Aufgabe. Ab kommender Woche werden ca. 120 Menschen in der Winzerhalle „wohnen“. Der Vorstand von Pro Lü wurde mehrfach um Stellungnahme gebeten zu der aktuellen Situation.

Wir, der Vorstand von Pro Lü e.V. Lützelsachsen, sind der Ansicht, dass die Argumente, die wir mit vielen Lützelsachsener Bürgern im Jahre 2014 wegen der Errichtung von Unterkünften in Lützelsachsen südlich des Sandlochsportplatzes vorgebracht hatten, grundsätzlich nach wie vor gelten. Aber der starke Andrang erfordert es, schnellstmöglich winterfeste menschenwürdige Unterbringungen, zum Teil in temporären Unterkünften, zu organisieren. Hierfür ist aufgrund der zwischenzeitlich entstandenen Situation auch die kurzfristige Verfügbarkeit der dafür in Frage kommenden öffentlichen Flächen zu untersuchen. Bevor Containerunterkünfte errichtet werden, ist auch bei dringendem Bedarf die baurechtliche Zulässigkeit von den zuständigen Behörden nachzuweisen.

Es ist Aufgabe der Stadt Weinheim und des Landkreises Rhein Neckar, dafür zu sorgen, dass bei Notlösungen, wie auch jetzt in der Winzerhalle, Konflikte zwischen Einwohnern und Flüchtlingen vermieden werden. Die Unterbringung der Flüchtlinge muss daher sozialverträglich und funktional gestaltet und organisiert werden.

Wir rufen alle Lützelsachsener auf, mitzuhelfen, sich zu informieren und Ängste und Vorbehalte gegenüber den Schutz suchenden Menschen abzubauen.

Wir von Pro Lü wollen ebenfalls unseren Beitrag dazu leisten. Wir werden die Gelegenheit zu einer Begegnung und zum gegenseitigen Kennenlernen organisieren. Der genaue Termin wird in Absprache mit dem ehrenamtlichen Helferkreis und den zuständigen öffentlichen Vertretern vereinbart. Wir freuen uns über jede Anregung und Mitwirkung für diese und weitere Aktivitäten.

Herzliche Grüße
Pro Lü e.V. Lützelsachsen
Der Vorstand
Andrea Reister - Jutta Pfliegensdörfer - Dieter Onderka

Wir sind erreichbar unter:
info@prolue.de
0172-988 04 69 (Andrea Reister) und 06201-25 81 38 (Jutta Pfliegensdörfer)
https://www.facebook.com/pro.lu.560